Unterstützt das Sab Cat

Alzey braucht ein linkes Zentrum. Besonders im ländlichen Raum fehlt es an Freiräumen, an Räumen zum leben und kämpfen, an Räumen, in denen Ideen und Bewegung entstehen können. Diesen Mangel spüren wir auch in Alzey immer wieder, wenn Veranstaltungen nicht stattfinden können, da es keinen Raum dafür gibt oder sich Bewegungen wie Fridays for Future lange Zeit in privaten Wohnungen treffen müssen. Dies versucht der “Hausverein Sab Cat” zu ändern. Das Sab Cat, so der Plan, soll ein linkes unkommerzielles Zentrum für Alzey werden, dass sich an dem Projekt des Mietshäusersyndikats orientiert.

Sicher ist ein solches Projekt eine gewaltige Aufgabe, doch wir sind zuversichtlich, dass diese mit genug Zeit bewältigt werden kann. Bis dahin sind viele Hürden zu bewältigen. Es kommt nun auf uns an, dass wir das Projekt entsprechend unterstützen. Schaut also von Zeit zu Zeit auf der Seite des Projekts nach dem aktuellen Stand und wenn ihr Ideen oder Fragen habt, bringt euch ein.

Im folgenden die Selbstbeschreibung des Vereins:

Für die Freiheit und das Leben

Hausverein Sab Cat, Montag, 2. September 2019
Am 09. August gründeten wir uns als Alzeyer Verein unter dem Namen “Hausverein Sab Cat”, mit dem Ziel ein solidarisches Wohnprojekt als kulturellen Freiraum und als Ausgangsort sozialen und ökologischen Wirkens in Alzey zu schaffen. Dem derzeitigen Jugend- und Kulturangebot der Stadt fehlt es an Mitsprachemöglichkeiten und Möglichkeiten der Selbstverwirklichung durch eigene Projekte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass alternativen Vereinen keine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, in denen sie Materialien lagern oder sich ungestört treffen könnten, und finanzielle Hürden gerade für junge Gruppen unüberwindbar sind.
Noch viel drängender ist aber ein anderes Problem: Der bundesweite explosionsartige Anstieg von Mieten, von dem auch Alzey nicht verschont bleibt. Für Geringverdiener*innen und Jugendliche bleibt nicht selten nur die Flucht aufs Dorf. Wir stellen uns gegen diese Verdrängung und lassen uns unsere Stadt nicht nehmen. Wohnen ist ein elementares Grundrecht und darf nicht der Profitmaximierung der Spekulant*innen und Konzerne erliegen. Wohnraum muss daher dem spekulativen Wohnungsmarkt entzogen werden.
Als Konsequenz daraus wird das von uns geplante Zentrum sowohl kultureller Freiraum zum Leben und Wirken als auch Wohnraum sein. Dies fordert natürlicherweise einen respektvollen Umgang miteinander, fernab gesellschaftlicher Zuschreibungen oder des derzeit herrschenden diskriminierenden Zeitgeists, dessen autoritäre, nationalistische, sexistische und kapitalistische Zwänge es zu überwinden gilt. Daher lehnen wir in unserem Verein jegliche Form ausgrenzenden Gedankenguts ab und werden dieses aktiv bekämpfen.
Zur Realisierung des Projekts orientieren wir uns am Konzept des Mietshäusersyndikats, das sich mit 145 laufenden Projekten und 21 Initiativen in Deutschland schon länger für selbstverwaltete Räume einsetzt. Die Projekte des Syndikats werden dem freien Markt entzogen und verbleiben dauerhaft in den Händen der Gemeinschaft. Wir streben langfristig eine Zusammenarbeit mit dem Mietshäusersyndikat an und wollen mit gutem Beispiel vorangehen, um das erste Projekt dieser Art in Rheinland-Pfalz zu gründen, denn angesichts der zusehends schlechter werdenden Bedingungen für Mieter*innen ist die Zeit für einen aktiven Wandel spätestens jetzt. Diese Stadt gehört uns allen und die Häuser denen, die drin wohnen.